Gynäkologie & Geburtshilfe
Menstruationsstörungen : Diagnose
Menstruationstörungen
(Dyshormonale Blutungsstörung, Metropathia haemorrhagica)
Definition
Dysfunktionelle Blutungen = pathologische zyklische oder azyklische Blutungen als Folge einer gestörten Ovarialfunktion.
Amenorrhoe
Keine Menstruationsblutung.
- primärer: noch nie trat eine Menstruation auf
- sekundärer: Menstruation war schon vorhanden
- physiologisch: in der Schwangerschaft, Menopause
Ursachen: Fehlbildung, Chromosomenstörung, Ovarialinsuffizienz
Diagnostik: Hormonstatus, Chromosomenanalyse, Vaginal US, Lapraskopie
Seltene Menstruationsblutungen mit Abständen > 32 Tage
Ursachen
- Ovarialinsuffienz
- Ungenügende Regulation der Ovarialfunktion in der Pubertät
- Nachlassende Ansprechbarkeit der Ovarien auf Gonadotropine im Klimakterium
Diagnostik
- Hormonbestimmungen (LH, FSH, Testosteron, DHEAS, Prolaktin, Östradiol, TSH, T3, T4)
- Vaginalsonographie
Hypomenorrhoe
Schwache Uterusblutung.
Oft die Folge eines schnellen Hormonabfalles am Ende des Zyklus und einer unverzüglichen postmenstruellen Regeneration des Endometriums. Häufig im Periklimakterium als Folge der Ovarialinsufizienz
Diagnostik
- Hormonbestimmungen (LH, FSH, Testosteron, DHEAS, Prolaktin, Östradiol)
- Vaginalsonographie
- Hysteroskopie
Menorrhagie
Blutung zu stark oder zu lange anhaltend
- Hypermenorrhoen
- Polymenorrhoen
Hypermenorrhoe
Starke Uterusblutung; Blutverlust durch die Regelblutung von mehr als 80 ml
Ursachen
- Follikelpersistenz (Ausbleiben der Ovulation, dann relative, später evtl. absolute Hyperfollikulinie mit zystisch-glandulärer Hyperplasie). Auftreten vor allem während der Pubertät und im Klimakterium
- Verzögerte Abstoßung des Endometriums: Folge eines prämenstruellen Progesteron-Mangels (Corpus-luteum-Insuffizienz mit protrahiertem Hormonabfall)
- Myom (besonders submuköses Myom)
- Hämorrhagische Diathese (Thrombozytopenie, Thrombasthenie, lokale Hyperfibrinolyse des Endometriums)
- Östrogenbildende Ovarialtumoren
- Anatomische Veränderungen des Uterus
Diagnostik
- Hormonbestimmungen (LH, FSH, Testosteron, DHEAS, Prolaktin, Östradiol, Progesteron)
- Vaginalsonographie
- Hysteroskopie
- Blutbild (Anämie?)
- Gerinnungsabklärung

Metrorrhagie
Nach, Mittel- und Vorblutung; azyklische Blutung
Mittelblutung
Passagerer Östrogenmangel post ovulationem (während des Anstieges der Basaltemperatur!)
Prämenstruelle Vorblutung
Corpus-luteum-Insuffizienz (Basaltemperatur!)
Postmenstruelle Nachblutung
Folge eines relativen postmenstruellen Östrogenmangels
Diagnostik
- Hormonbestimmungen (LH, FSH, Testosteron, DHEAS, Prolaktin, Östradiol, Progesteron)
- Vaginalsonographie
- Hysteroskopie
- Blutbild (Anämie?)
Indikation zur Abrasio in der Behandlung dysfunktioneller Blutungen
- Metrorrhagische Prämenopausenblutung
- Ausbleibende Blutstillung nach Hormonbehandlung
- Postmenopausenblutung
Rezidivprophylaxe
Nach hormonaler Blutstillung über 2–3 Zyklen angezeigt. Vorgehen: Vom 16.–25. Zyklustag oral ein Östrogen-Gestagen-Gemisch bzw. zyklusgerechte Substitution bzw. Zweiphasen-Pille
Dysmenorrhoe
Primäre Dysmenorrhoe
Schmerzen bei der Periode von der Menarche an. Bevorzugt in der Adoleszenz. Schmerzhafte Uteruskontraktionen durch vermehrte PG F2a Bildung im Endometrium bei erniedrigter Prostazyklinbildung. Diese Konstellation wird durch Östrogene gestützt, durch Gestagene antagonisiert. Psychische Aspekte.
Sekundäre Dysmenorrhoe
Periodenschmerzen nach zunächst störungsfreier Menstruation; häufigste Ursache Endometriose
Ursachen
Endometriose, Myome. Psychogen Aspekte besonders bei primärer Dysmenorrhoe: Konflikt bei der Übernahme weiblichen Rollenverhaltens in der Pubertät; UIP, seltener Uterusmissbildungen, Hypoplasie
Symptome
- Kolikartige Leib- und Rückenschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Migräne
Diagnostik
- Hormonbestimmungen (LH, FSH, Testosteron, DHEAS, Prolaktin, Östradiol, Progesteron)
- Vaginalsonographie
- Hysteroskopie
- Blutbild (Anämie?)
Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Das prämenstruelle Syndrom unfasst eine unterschiedliche Palette von Beschwerden, deren gemeinsames Merkmal das zyklische prämenstruelle Auftreten ist. Die häufigsten Beschwerden sind seelische Verstimmungen, Wasserstau, Polyphagie, zyklische Gewichtszunahme und Konzentrationsschwäche.
Ätiologie
Störung im Progesteronmetabolismus
Diagnostik
Anamnese;
Hormonbestimmungen (FSH, Östradiol, Progesteron, Testosteron, TSH, Prolaktin)






